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"GEACHTET - GEÄCHTET"

Ausstellung/Dokumentation/Konzerte
Eröffnung: Fr. 29.1.2010 19h
Ausstellungsdauer: Sa. 30.1.2010 - 6.2.2010
Öffnungszeiten: Di-Sa 16-21h

Die Ausstellung bringt einen Überblick über die
zahlreichen Proteste der verganganen Jahre,zeigt
die Entstehungsgeschichte der neuen Protestkultur
und liefert so einen Beitrag zur Aufarbeitung der
unmittelbaren österreichischen Zeitgeschichte.

Theater-, Literatur- und Musikprogramm:

Freitag 29.1
Eröffnung 19.00
h
20.00h Lesung: Traude Korosa
21.00h Konzert: HSC (Hörspiel Crew)
23.00h I-Wolf, Kaputtnicks, Dj Trishes
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Samstag 30.1
21.00h Marie übt die Anarchie (Musik-Theater-Performance)
22.00h Dj Kompact und Dj Lens J
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Mittwoch 3.2
18.00h Lesung: Doron Rabinovici
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Donnerstag 4.2
17.00h Lesung El Awadalla, Sonja Tollinger...
Widerstandslesung im Hof
21.00h Christoph und Lollo
22.00h Konzert: Monomania, Gäste: Stefan Weber+Sü-vaal
23.00h Sweet Susie, Manni Montana
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Freitag 5.2
19.00h Volxtheater Videos der Reihe "die Kunst der Stunde ist Widerstand" und vom Volxtheater-Stück "Schluss mit Lustig"
22.00h Dj Muadib, Djn Rosie 2 and the Systemrockers, Ginmüll & Liko
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Samstag 6.2
18.30h Podiumsdiskussion mit “Säulenheiligen”
Erwandern sie sich im privaten Gespräch “ihren Säulenheiligen”, VertreterInnen verschiedener NGO’s und Kulturbetriebe stehen ihnen im Vorfeld der Podiumsdiskussion in einem zwanglosen “unerhörten” 2er Gespräch 30-40 Minuten zur Verfügung, als Überraschungsgäste werden sich aber auch BefürworterInnen zwischen 2000-2006 unter den “Säulenheiligen” wiederfinden.

Danach geht’s 30 Minuten mit Publikum aufs Podium, danach +/- 40 Minuten mit den “Säulenheiligen”.
Durch das Gespräch dieser auch installativen Podiumsdikussion führt Marius Gabriel (ästethische und rhetorische Kommunikation), bisher haben zugesagt:


Frederik baker – Freier Film- und Fernseh Regisseur (BBC, ORF)
Eva Brenner – Regiseurin, Theaterleiterin Fleischerei
Hykmet Kayahan – Bündnis gegen Rechtsruck
Peter Kreisky – Sozialökonom und Aktivist, ehem. AK Wien
Phillip Sonderegger – Sprecher von SOS Mitmensch
Ute Bock – Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock Podium
21.00h Konzert: Das Halbe Quartett
22.30h Dj Worthintone & Fillfonso. (Bigbeat, Baile Funk und Fidget House)

 

Künstlerinnenprojekt 10 Jahre Schwarz-Blau
„GEACHTET – GEÄCHTET“

In den Wintertagen vor zehn Jahren – exakt am 4. Februar - wurde die erste schwarz-blaue Regierung Österreichs vom damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil dem Anlass entsprechend mit eisiger Miene angelobt. Denn es handelte sich dabei um einen europäischer Tabubruch ersten Ranges, den der damalige ÖVP-Bundesparteiobmann und Außenminister Wolfgang Schüssel beging. Trotz des Wahlversprechens vor der Nationalratswahl 1999 dann in Opposition gehen zu wollen, wenn die ÖVP den dritten Platz belegt, schnürte er über den Umweg von langwierigen so genannten Sondierungsgesprächen einen Koalitionspakt mit der Rechtsaußenpartei FPÖ unter ihrem damaligen Parteichef Jörg Haider.

Die Folgen der anrüchigen Regierungsbildung waren verheerend: Im Inland kam es zu Massenprotesten gegen die erste rechts-rechtsaussen Koalition der II. Republik. Vor dem Ballhausplatz wurde die Botschaft der besorgten Bürgerinnen und Bürger eingerichtet, die Donnerstagsdemos wurden ins Leben gerufen und die EU-14 verhängten Sanktionen gegenüber österreichischen Diplomaten. Es handelte sich um eine symbolische Geste; die Kontakte mit den österreichischen Diplomaten wurden auf ein Minimum herabgestuft. Die Europäer wollten so den cordon sanitaire, den andere Staaten (z.B. Frankreich gegenüber Le Pen) gegenüber Rechtaußenparteien errichtet hatten auf Österreich übertragen.

Der schwarz-blauen Koalition gelang es im Inland die diplomatischen Maßnahmen in „Sanktionen“ umzuintepretieren , die Reihen wurden dicht geschlossen und die Österreicher vom neuen Bundeskanzler zum „Schulterschluss“ gegen das „feindliche Ausland“ aufgerufen. International machten die Maßnahmen der EU 14 als Geste der Ächtung von Regierungen, denen Parteien angehören, die ein schlampiges Verhältnis zum Nationalsozialismus und antisemitischem sowie ausländerfeindlichem Gedankengut geprägt ist, wie dies bei der FPÖ der Fall ist, zwar Sinn ¬- im Inland gelang es den neuen Machthabern Schüssel, Haider & Co. jedoch hinter dem Vorhang der Sanktionen einen autoritären Kurs mit starker neoliberale Prägung einzuleiten.

Es kam zu antidemokratischen Auswüchsen in der Alpenrepublik. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der damaligen Justizminister Dieter Böhmdorfer fand die Idee von Jörg Haider „Oppositionelle einzusperren“ für „überlegenswert“.

Gegen die Regierungsbildung gegen den WählerInnenwillen und die autoritären Reflexe lehnten sich zahlreiche Österreicherinnen und Österreicher auf. Vor allem die von Schüssel als „Internetgeneration“ diffamierte Jugend hat offensichtlich aus der düsteren Vergangenheit Österreichs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelernt. Es kam zu zahlreichen Aktionen von Künstlerinnen und Künstlern, nicht nur in der Bundeshauptstadt und die legendären Donnerstagdemonstrationen wurden erfunden. Eine neue politische Protestkultur nahm ihren Anfang.

Die Ausstellung „Geachtet –Geächtet“ bringt einen Überblick über die Widerstandsarbeiten, zeigt die Entstehungsgeschichte der neuen Protestkultur und liefert so einen Beitrag zur Aufarbeitung der unmittelbaren österreichischen Zeitgeschichte. (kkp)

Projketträgerin: Verein Mattseer Konferenz

KünstlerInnen: El Awadalla, Eva Möseneder, Lisa Rosenblatt, Charlotte Eckler, August Bisinger, Elia Gurna, Sweet Susie, Monomania, Johanna Kandl, Ursula Napravnik, Botschaft der besorgten BürgerInnen, United Aliens, Volxtheater, Christoph und Lollo, Deutschbauer & Spring, Fred Baker, Martin Music,Doron Rabinovici, Marius Gabriel, Widerstandslesungen,I-Wolf, KaTSey, Stefan Weber + Sü-Vaal, Christine und Irene Hohenbüchler,Kapputtnicks,Das Halbe Quartett,Trishes,Traude Korosa, Hannes Reisinger,Dj Muadib, DJN Rosie 2 and the Systemrockers ° Ginmüll & Liko, Manni Montana,Dj Kompact , Dj Lens J,HSC (Hörspiel Crew), Ironen Zeitung, Vroni Katona, starsky, rsy, Albert, TEXTA, Sonja Tollinger, TATblatt-WiderstandsChronologie, Gerhard Ruiss, MUND, Peter Feldmann,...

 

Mehr Infos zum Theater-, Literatur- und Musikprogramm:

Traude Korosa

Die Autorin Traude Korosa schreibt Lyrik und Prosa, hält zahlreiche Lesungen und veröffentlicht in Anthologien und (Literatur)Zeitschriften.
Sie ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung und arbeitet bei der IG Autorinnen Autoren mit. Gemeinsam mit El Awadalla organisierte sie die Widerstandslesungen am Wiener Ballhausplatz. Die Illustrationen zu ihrem Buch haust der wind in deinem haar wurden von Ines Eck beigesteuert.
Lesungen von ihr wurden auf Radio Orange (Wien), Radio Fro (Linz) und Frauenzimmer/Freier Rundfunk (Freies Radio Freistadt) gesendet; mittlerweile wurde ein Lesemitschnitt von Radio Fro auf CD veröffentlicht.

Als am 4. Februar 2000 in Österreich die schwarz-blaue Regierung angelobt wird, manifestiert sich in der Bevölkerung ein mannigfaltiger und manifester Widerstand: Jeden Donnerstag ziehen Demonstranten durch Wien, neben dem Bundeskanzleramt wird die Botschaft der besorgten BürgerInnen gegründet und am 24. Februar 2002 findet die erste Widerstandslesung statt, organisiert von El Awadalla und Traude Korosa. Beide haben nun die Anthologie "... bis sie gehen. 4 Jahre Widerstandslesungen" herausgegeben, die an die hundert Texte von Widerstandslesern versammelt.

Mehr als 400 Personen haben bisher Wind und Wetter, Hitze und Kälte getrotzt und vor tausenden Zuhörern lesend, spielend oder musizierend demonstriert - und sie tun es immer noch. Wogegen aber eigentlich? El Awadalla im Vorwort des Lesebuches: "Die Widerstandslesungen richten sich nach wie vor gegen beabsichtigte (und mittlerweile umgesetzte) Zensur- und Disziplinierungsmaßnahmen in allen Bereichen, gegen die restriktive Budgetpolitik, die zu empfindlichen Kürzungen der Gelder für die Kunst, besonders aber für die Literatur führt [...] Beinahe täglich lieferte diese Regierung allerdings weitere Gründe, die uns veranlaßten, die Widerstandslesungen weiterzuführen: Verschärfung der Asylgesetze, empfindliche Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich usw. usw. [...] Über all dem steht natürlich der Protest gegen die Regierungsbeteiligung einer Partei, die sich nie vom Rechtsextremismus distanziert hat und dezidiert ausländerInnenfeindliche und anti-soziale Positionen einnimmt."

Traude Korosa im Nachwort: "Widerstand heißt stur sein. Widerstand heißt auch: anzuschreiben gegen die Ungerechtigkeiten, gegen Zensur, gegen unsoziale Maßnahmen, gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ. Widerstand kann auch sein, an einem öffentlichen Ort zu lesen, donnerstäglich, hartnäckig, zäh, geduldig, sich nicht vertreiben zu lassen, stur darauf zu beharren, daß genau dieser Platz, der Ballhausplatz, öffentlicher Ort ist, daß es unser Widerstandsrecht ist, genau hier gegen diese Regierung anzulesen."

Hörspielcrew

Die Crew traf sich im Jahr 2000 im Rahmen von Freestylesessions unter anderem in der „Cselley–Mühle“ in Oslip. Als Hip-Hop-Band tingelten sie auf Jams quer durch Österreich und holten sich den Ruf einer exzellenten Live-Band. 2004 wurde ihr Erstlingswerk Twist im Hause Schmalspur via Sumo Beats veröffentlicht. Neben zahlreichen Chart-Platzierungen wurden sie 2004 für den Amadeus Austrian Music Award nominiert, gingen jedoch leer aus. Zwei Jahre später folgte das vielumjubelte und vielgeachtete Nachfolgewerk Amokkoma, das genreübergreifend ins Ohr ging. Die erste richtige Tour der sechs Musiker aus dem Burgenland folgte alsbald und konnte mit einigen Highlights, z. B.: Nuke, Flex, Frequency u.a. aufwarten. Rap, Hip-Hop, Reggae usw. pur mit dem Schuss Leichtfüssigkeit machen den Hörspiel-Sound zu einem musikalisches Multikulti-Werk. 2006 belegten Hörspielcrew feat. Garish mit dem Song "Vermögn" den 3. Platz beim Protestsongcontest.

I-Wolf

Wolfgang Schlögl. Seit rund einem Jahrzehnt treibt der in den unterschiedlichsten musikalischen Sprachen versierte 32-Jährige mit seiner Band Sofa Surfers dem so genannten Vienna Sound die Gemütlichkeit aus, während er mit seinem Soloprojekt I-Wolf die aufregendste heimische Popproduktion des Vorjahres veröffentlichte ("I-Wolf presents Soul Strata").
Schlögl remixte den Komponisten Iannis Xenakis für die Wiener Festwochen; er produzierte Theatermusik fürs Schauspielhaus und brachte Shakespeare-Sonette auf die Bühne. Momentan versorgt der leidenschaftliche und undogmatische Musiker und Produzent den gefallenen Austrorocker Hansi Lang mit stimmungsvollen Jazzklängen aus dem Laptop für dessen neues Album, gleichzeitig arbeitet er mit der Geigerin und Komponistin Mia Zabelka zusammen. Nebenbei ist der an sich doch im Pop hauptgemeldete Schlögl auch regelmäßig als DJ tätig; gemeinsam mit Rainer Klang betreibt er den Club Private Dancer im Wiener Roxy.

"Wenn jemand durch einen Song wirklich berührt wird, so ist das schon ziemlich viel. Pop kann vielleicht nicht die Welt verändern, aber er kann das Bewusstsein aktivieren. Warum ist etwa eine Band wie The Clash für viele Menschen nach wie vor derart wichtig? Die Musik alleine ist es nicht, die war mal gut und mal schlecht. Es geht auch darum, was The Clash transportiert haben: Sie waren als Typen authentisch, und sie hatten etwas zu sagen." (Falter Interview: http://www.falter.at/print/F2004_43_2.php)

Kaputtnicks

Am Anfang stand eine Band namens Broken Silence. Seit 1994 schrieben Börgi und Ölee unter diesem Namen Raps, zuerst über Beatplatten und wenig später über frische Beats von Trishes. Die Richtung war schon damals klar: Musik mit "New York state of mind" aus der Wiener Außenstadt. Der "Kella" eines Reihenhauses irgendwo im Nichts des 22. Bezirks in Wien ist seit damals das musikalische Zentrum, dort entstehen auch in der Kaputtnicks-Ära noch die Beats & Raps und es wird mehrmals in der Woche gejammt. "Ausm Kella" hieß deshalb auch das erste Demotape, das 1997 erschien. 1998 gabs dann einen Videodreh und das erste Konzert am 25. November im Reigen mit DJ F.L.O. Im März 1999 beschloß Börgi die Band zu verlassen, und die restlichen Mitglieder Ölee, F.L.O. und Trishes gründeten die Kaputtnicks. 4. Februar: Eine Koalition aus der bürgerlichkonservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ kommt politrickreich an die Macht in Österreich. Seitdem wird auf Wien's Straßen protestiert und schon eine Woche danach ist auch die HipHop Szene mit einer eigenen soundpolitischen Aktion vor dem Parlament vertreten, wo ein zu dem Zeitpunkt noch unbenannter Kaputtnicks-Track, der Stunden davor entstanden war, Premiere feiert. Und knapp ein Monat später ist das Ganze schon auf Maxi-CD erhältlich - inklusive Bonustracks von Kayo feat. Marquee und Texta.

Dj Trishes

Beats, Breaks und Tribe Vibes - oder auch: HipHop, Soul und staubige Vinyl-Schätze.

Marie übt die Anarchie

Eine Musik-Theater-Performance über Arbeit, das liebe Geld und das gute Leben
mit Maren Rahmann (text, spiel, musik) und Rudi Görnet (kontrabass, spiel)

Marie ist Verkäuferin. Marie steckt im System fest. Unter miesesten Arbeitsbedingungen leidend, hat sie sich doch
einen wachen Geist, ein freches Mundwerk und ihre Fähigkeit zu träumen bewahrt.
Durch die immer wieder aktuellen Lieder von Jura Soyfer (Eigenvertonungen) kommt sie ins Nachdenken und ihr
Widerstandsgeist wird geweckt.
Die Verkäuferin beginnt zu verschenken statt zu verkaufen.
Sie lädt das Publikum ein, die lebensbeherrschenden Begriffe „Arbeit“ und „Geld’“ in Frage zu stellen.
Wo bin ich unfrei?
Ist eine Welt ohne Geld vorstellbar?
Wie könnte ein „gutes Leben“ aussehen?

ein 3 min. Ausschnitt:
> http://www.youtube.com/watch?v=Up9jtaE4skU&feature=channel_page


Doron Rabinovici

Demokratie braucht Widerspruch, braucht Streit und Debatte, Demokratie braucht auch WIDERSTAND, wenn die Steuerleute der Res publica das Staatsschiff in gefährliche Gewässer manövrieren. Doron Rabinovici organisiert diesen Widerstand mit - mit dem gesprochenen und dem geschriebenen Wort für die demokratische und kulturelle Entwicklung dieses Landes.

"Ein Gemeinwesen ehrt seine Revoluzzer? Das ist natürlich zum Lachen. Daß die Stadt Wien heute einen Störenfried, einen notorischen Widerspruchsgeist dafür auszeichnet, daß er in seinen Essays und Polemiken unbequeme Fragen aufwirft, daß er mit Aufrufen und Artikeln die Massen mobilisiert und Hunderttausende auf die Straße lockt, um gegen das nicht immer segensreiche Wirken dieser Regierung zu protestieren, darüber kann man spotten, klar – aber eines ist dabei doch zu bedenken: Die Revoluzzer und Störenfriede sind das Salz in der Suppe der Demokratie. Ein Gemeinwesen, das seine Aufrührer ehrt, ehrt im Grunde sich selber. Hinter der offiziellen Würdigung von oppositionellem Geist steht die Auffassung, daß Widerspruch notwendig und wünschenswert ist, daß eine Sozietät nur so lange lebendig bleibt, als sie Gegenmeinungen nicht nur gelten läßt, sondern fördert und ermutigt, ohne sie dabei zu vereinnahmen und zu verharmlosen." (Günther Kaindlstorfer über Doron Rabinovic)

El Awadalla

Autorin und Mitarbeiterin der „Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur", Vorsitzende der Öda (österreichische DialektautorInnen), Leiterin des Kulturprogramms im „Siebenstern". Veranstalterin der Widerstandslesungen gemeinsam mit Traude Korosa. Kabarettistin.

Publikationen: in Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien. Seit 1995 Herausgabe von Dialektgedichten auf Bierdeckeln. Mitautorin mehrerer Sachbücher zu den Themen Sekten, Esoterik, Rechtsextremismus.

eigene bücher: „Heimliches Wissen – Unheimliche Macht. Sekten, Kulte, Esoterik und der Rechte Rand"; „Kraftorte – Geldquellen". (beide folio verlag, bozen / wien, 1999 bzw. 2000); „mia san mia" – dialektgedichte und texte (edition uhudla, 2000). "der riesenbovist und andere geschichten" (sisyphus 2003), „der zwerg mit den silbernen rippen" (roman, sisyphus 2005), Mein Weg zur Million (KGV, 2005).

Christoph und Lollo

1995 nahmen sie ihr erstes Lied (Lebkuchenherz) bei einem so genannten Open-Recording-Day auf. Der Song wurde von Stermann und Grissemann entdeckt und in ihrer Radiosendung Salon Helga gespielt. Darauf wurden im ORF-Funkhaus weitere Lieder aufgenommen, die bei FM4 gespielt wurden. 2005 nahmen sie ihr viertes Album „Trotzdemtrotz“ auf. Dies war die erste CD, die (mit Ausnahme von „Ari-Pekka Nikkola auf der Buckelpiste“ und einem Remix davon) nicht von Schispringern handelt. Mit dem Lied „Ich hasse die Menschen im Fernsehen“ von „Trotzdemtrotz“ nahmen sie am Protestsongcontest 2005 teil und belegten den zweiten Platz. Am 12. Oktober 2007 erschien das neue Album "Hitler, Huhn und Hölle!". Erneut handelt das Album nicht von Schispringern, sondern enthält wie das Vorgängerstück kritische Texte, die humorvoll umschrieben werden.

Die sympathischen Wiener Kabarett–Rocker Christoph & Lollo haben sich bei ihren Auftritten den Ruf von Underground– Stars erarbeitet. Auf Kabarett- Bühnen sind Christoph & Lollo regelmäßig seit Ende 2006 zu sehen und 2007 erhielten sie das kleine Passauer Scharfrichterbeil. Ihre obskuren Hymnen auf Alltagsphänomene, in denen es um Markenwahn, Ausverkauf der Popkultur und Polizistenmentalität, um die eigene Kleingeistigkeit, zu viel Schulmedizin im Kreißsaal oder die Sexualisierung der Alltagswelt geht, werden immer wieder neu zusammen gestellt und in launig–spritziger Form mit schüchternem Publikumskontakt serviert. 2008 steuerten sie mit dem Lied "Vermutlich kein Vergnügen" einen Beitrag zum alternativen EM-Sampler "Lieber ein Verlierer sein" von Las Vegas Records in Kooperation mit FM4 und dem Fußballmagazin Ballesterer bei.


Monomania

"Begonnen hat alles im blauschwarzen Jahr null (also 2000) – von einem schmuddeligen kleinen Wiener Proberaum machen sich die drei Buben von MONOMANIA auf, die Kleinhirne der Bevölkerung dieses wunderschönen, kleinen Landes zu penetrieren, zu besudeln und schliesslich alles restlos zu versauen.

Ihre Auftritte geraten immer wieder zu ausgezuckten Parties des Politpop (der legendäre Auftritt 2002 am Wiener Heldenplatz – inklusive Mascherlverbrennung vor dem Bundeskanzleramt). Auf diversen Musikkompilationen (wie der fm4 Sound Selection) sammelt sich derweilen die Single – „süsse, kleine Micki Maus“, Liebesode an eine Politesse, romantisch und pervers angehaucht – ein garantiert unpolititischer, lustiger Hit im feinen Dubgewand.

Am 24.12.2004 erscheint der Longplayer „Superversiv“, ein eigenes Plattenlabel („xindl records“) wird flugs gegründet und feine Konzerte (Kunsthalle Wien, Aerodrom,..) folgen. Stilistisch werden alle Sounds abgedeckt – vom Garagenpop („Kein Liebeslied“) bis zum Massenradiozuckerlbrei inkl. Starmania – Zitaten („Bitte Hitte“) wird kein Klischee ausgelassen, wobei als verbindendes Element die humorvollen, aber stets superversiven Songtexte als tiefrosa Faden funktionieren. In diesem Sinne, MONOMANIA im O – Zitat: „Wir sind schön, aber dumm – sogar die Kronenzeitung is uns zu profund!" "

Stefan Weber

Im Mai 1969 gründete Weber die Band Drahdiwaberl, die rasch zu einer der bekanntesten Underground-Gruppen Österreichs wurde. Die Bandmitglieder, wie auch Weber selbst, kamen zu Beginn großteils aus der Band Wabbs Crew. Mit dem Vorsatz gegründet, die „exzessivste“ Band des Landes zu schaffen und in einem Umfeld, das etwa auch den Wiener Aktionismus hervorbrachte, wurden das Brechen von Tabus und das Herausfordern spießiger Moral- und Wertvorstellungen zu prägenden Kernelementen der Texte und der Bühnenshows von Drahdiwaberl. Fester Bestandteil der Auftritte, einer Mischung aus Rock und Kabarett, wurden schon bald „Materialschlachten“ – Besucher wurden von der Bühne aus mit Lebensmitteln und Bier beworfen und revanchierten sich selbst in umgekehrter Richtung. Über dreißig Jahre, mit dem Höhepunkt der Popularität in den 1980er-Jahren, bleibt die Band um Weber mit wechselnder Besetzung ein fester Bestandteil der österreichischen Musik- und vor allem der „alternativen“ Szene. Die Auftritte mündeten nicht selten in Verhaftungen und Gerichtsverfahren. Die Plakate und Plattencover der Band wurden großteils von Weber selbst gestaltet und finden sich heute fast vollständig in der Plakatsammlung der Wienbibliothek im Rathaus.

Eine Renaissance erlebte die Gruppe im Rahmen der Proteste gegen die ÖVP-FPÖ-Regierungskoalition (Bundesregierung Schüssel I) zu Beginn des Jahres 2000, wo sie wiederholt während der Donnerstagsdemonstrationen auftrat („Torte statt Worte“).

2003 trat Weber am 27. Jänner im Rabenhof Theater in Wien in der Performance „Schurkenstaat Irak“ auf. Vor dem Konzert konfiszierte die Polizei zwei Faustfeuerwaffen, einen Colt und eine Ruger, die er als Requisiten mitgebracht hatte und er erhielt eine Anzeige wegen unbefugten Führens von genehmigungspflichtigen Schusswaffen. Zum Prozess am 11. September erschien er mit einem Hofer-Sackerl über dem Kopf, hielt ein Plädoyer zur Freiheit der Kunst und wurde frei gesprochen. Kurz darauf entstand, da er ja nun eine „weiße Weste“ hatte, die Idee, er sollte als Kandidat zur Wahl des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 2004 antreten. Eine Online-Leserumfrage der Tageszeitung Der Standard ergab dort eine Zustimmung von 30 Prozent. Am 24. Dezember gestaltete er mit mehreren Drahdiwaberl-Mitgliedern im Rahmen des von Hubsi Kramar initiierten „Lebenden Adventkalenders“ im Museumsquartier eine lautstarke Weihnachts-Performance.

Sü-vaal

SÜ-VAAL, die Rockröhre aus Wien, begibt sich auf musikalische Solopfade! Man kennt Sie als Sängerin von Drahdiwaberl, Bad Sisters, Laufmasche, Das Halbe Quartett, Supervamp u.v.m. Markenzeichen: Unverkennbare Stimme und Show...

Sweet Susie und Manni Montana

Durch ihre künstlerische Offenheit und ihr Interesse für verschiedene Genres und Stile reicht ihr musikalisches Spektrum von Club bzw. Pop Musik über zu experimenteller Elektronik.
Seit 2004 arbeitet sie mit Manni Montana (bekannt durch das Electroic Duo BASK) an zahlreichen Releases: 2007 erscheint “Oxyène” (Vocals: Alice Schneider), das durch eine Kooperation mit den berühmten libanesischen Oud Musiker Marcel Khalife enstand und auf ihren gemeinsamen Label Private Pleasure erschienen ist. Für das Mozartjahr 2006 arran-
gieren die beiden “KV 2006, inspired by W.A. Mozart”. 2007 vertont Sweet Susie zusammen mit den der Gruppe "Encounters" Ingeborg Bachmann Gedichte. Andere Kooperationen mit: Celia Mara, Elisabth Penker, G Rizo, Marianna Tscharkwiani, Gina Mattiello,...
Auf dem experimentell ausgerichteten Label La Place von Manni Montana und Sweet soll 2010 ein Album von Sweet Susie erscheinen.

Volxtheater

Das Volxtheater Favoriten wurde 1994 von politisch linken Aktivisten aus dem Umfeld des von ihnen besetzten Ernst-Kirchweger-Hauses in Wien-Favoriten gegründet. Der Theatergruppe, die in den letzten Jahren zumeist nur mehr als Volxtheater in Erscheinung tritt, liegt ein kollektives, nicht hierarchisches Konzept zugrunde. Neben zahlreichen Bühnenstücken ist die künstlerisch-politische Intervention im öffentlichen Raum das zentrale Arbeitsfeld.

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